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Offizielle Seite: www.visitneringa.lt
Tourist Information:
Taikos gatve 4, 5872 Nida, Litauen
Tel. +370 469 52345, Fax +370 469 52538
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Allgemeines
Nida (dt. Nidden) ist der wohl bekannteste Ort und die Hauptverwaltung der Gemeinde Neringa auf der Kurischen Nehrung. Ideal für erholungssuchende Reisende oder Familien mit Kindern.
Nida war bis zur Gründerzeit ein verträumtes Fischerdörfchen bis es von den Künstlern entdeckt wurde. Unter Ihnen so berühmte Namen wie Max Pechstein, Lovis Corinth oder Ernst-Ludwig Kirchner. Sie wohnten bei "Künstlervater" Herrmann Blode. Das Hotel und Gasthaus gibt es bis heute. Es heißt jetzt Nidos Smilte.
Nida besticht durch seine wundervolle Lage direkt am Haff, die wunderschönen bunten Holzhäuser und die vielen Freizeitmöglichkeiten.
Besondere Attraktionen sind das Haus von Thomas Mann, das er auf dem Schwiegermutterberg errichten ließ und in dem er einige Sommer mit seiner Familie verbrachte. Heute ist es ein Museum. Jährlich findet dort das Thomas Mann Festival statt. Thomas Mann Haus. Außerdem finden Sie in Nida die höchste Düne Europas. Es gibt ein Bernsteinmuseum und ganz in der Nähe ist die evangelische Kirche, in der nun auch wieder regelmäßig Gottesdienste stattfinden.
Genießen Sie lange Wanderungen am Haff, in den Wäldern oder auf der Düne. Baden Sie in der Ostsee. Erkunden Sie die Kurische Nehrung mit dem Fahrrad. Dabei müssen Sie im Sommer nicht auf westeuropäische Temperaturen verzichten. Zugegeben die Ostsee ist für Mittelmeerverwöhnte recht frisch. Dafür geht es hier noch recht beschaulich zu und das zu wirklich fairen Preisen.
Im Sommer ist Nida sehr überlaufen. Deshalb empfiehlt es sich rechtzeitig zu buchen, denn die wenigen schönen Ferienwohnungen und -zimmer sind schnell weg. Wer es lieber ruhiger und ursprünglicher mag, sollte im Juni oder September reisen.
Einwohner Nehrung gesamt: ca. 2.700 (Nida: ca. 2.000)
Anreise
...von Kaunas oder Vilnius aus mit Expressbussen.
...oder mit Auto, Fahrrad, Bus, Motorrad über die Fähre in Klaipeda (von Klaipeda nach Nida sind es ca. 50 km). An die Geschwindigkeitsbeschränkungen halten. Es gibt häufig Kontrollen. Und ... es gibt jede Menge Widschweine, die die Straße überqueren. Wenn Sie über Kaliningrad anreisen, benötigen Sie ein Transit-Visum für das Kalinigrader Gebiet.
Der nächste Flughafen ist in Palanga. Etwa 25 km oberhalb von Klaipeda.
Wenn Sie auf der Nehrung ankommen, müssen Sie für den Nationalpark Kurische Nehrung Eintritt bezahlen.
Was Sie tun können
- das Sommerhaus von Thomas Mann anschauen
- an die Ostsee wandern und dort baden
- auf die Düne wandern
- das Museum besichtigen
- das Bernsteinmuseum anschauen
- Räder ausleihen und am Haff oder auf dem Küstenradweg entlang fahren
- in einem der schönen Cafés sitzen und es sich gut gehen lassen
- den alten Friedhof und die Kirche anschauen
- mit dem Minibus einen Ausflug nach Juodkrante oder Klaipeda unternehmen
- eine Rundfahrt mit einem Boot auf dem Haff machen
- wandern, wandern, wandern
Erlebnisse
2001: Nida wir teuerer. Die größte litauische Tageszeitung
Lietuvos Rytas berichtet in Ihrer Ausgabe vom 4. Juni 2001, dass es inzwischen teurer ist in Nida Urlaub zu machen, als am Mittelmeer. Sogar für viele Deutsche sei der Urlaub auf der Kurischen Nehrung unerschwinglich geworden. Stimmt teilweise. Es gibt schon sehr teure Übernachtungsmöglichkeiten, wie zum Beispiel das Hotel Parnidzio Kopa (hier kostet das teuerste Appartement ca. € 300 pro Tag). Man kann aber auch noch sehr günstig privat wohnen. Man sieht sie aber schon. Die großen westliche Automarken, die entweder aus Vilnius, aus Norddeutschland oder aus dem benachbarten Kaliningrader Gebiet kommen.
2001: Nida wird westlicher. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass das ursprüngliche Erscheinungsbild immer mehr verdrängt wird. Vor allem beim Essen merkt man den Wandel. Wurden vor zwei Jahren noch "frische" Beilagen wie Salzkartoffeln oder Reis gereicht, bekommt man heute immer mehr Pommes Frites. Auch die Essensqualität wird immer westlicher. Es entstehen neue Häuser. Darunter einige Privat-Villen. Zum Teil direkt am Haff.
2001: Schlechte medizinische Versorgung. Wir mussten bei unserem Besuch ins "Krankenhaus" von Nida. Katastrophal. Die Fachabteilungen waren nicht besetzt. Einzig die allgemeine Abteilung. Von 2 Studentinnen aus Vilnius! Sie haben uns dann in die 50 km entfernte Klinik nach Klaipeda geschickt, weil sie sich nicht ganz sicher waren, was ca. 1 Stunde Autofahrt über eine kurvenreiche und hügelige "Landstraße" bedeutet. Bei der möglichen Indikation einer Blinddarmentzündung eine äußerst schmerzhafte Prozedur. Wir haben vorgezogen in Richtung Vilnius abzureisen
2001: Schnaken im Juni. So etwas habe ich noch nie geshen. Schwärme von Mücken. Unvorstellbar. Wir konnten nur nicht feststellen ob sie stechen oder nicht ...
2001: Im Juni ruhig und beschaulich. Es war wenig los. Einige Schulklassen, die ihren Jahresausflug nach Nida machten. Ansonsten hat Nida und die Ostseeküste uns und einigen älteren deutschen Touristen gehört. Schön. Erholung pur. Nur etwas frisch war es. Untypisch für die Jahreszeit. Dafür waren im Haff jede Menge Schwäne zu bewundern und auch sonst haben wir Vögel gesehen, die sich im Sommer lieber nicht blicken lassen.
2002: Staatschefstreffen im Seklycia. Valdas Adamkus hat seine Kollegen aus den Nachbarländern Lettland, Estland und Polen zum Abendessen eingeladen. Sie waren mit PKWs und einem Tross aus Journalisten- und Sicherheitskräften aus Klaipeda angereist wo man den 750sten Stadtgeburtstag feierte. Voraus ging ein gemeinsamer Spaziergang durch’s Fischerhausviertel. Die Chefin vom Seklycia war recht nervös. Wären wir an ihrer Stelle wohl auch gewesen.
2002: Die katholische Kirche steht. Bei unserem letzten Besuch in Nida wurden noch vor dem Agila Kulturzentrum Spenden gesammelt. Jetzt ist sie endlich soweit fertig. Sie liegt oberhalb der Post an der Taikos und sieht richtig schön aus. Modern und doch traditionell mit Reetdach und viel Glas. Herzlichen Glückwunsch. Gut gelungen.
2004: Nida wird herausgeputzt. Viele erneuerte Straße, Neubauten, Renovierungsmaßnahmen. Die Preise sind einigermaßen stabil.
2006: Katastrophale medizinische Versorgung. Situation seit 2001 nicht verbessert (s.o.). Unsere beiden Kinder wurden, obwohl es in Nida ein Krankenhaus gibt, nacheinander mit dem Krankenwagen nach Klaipeda ins Kinderkrankenhaus gefahren. Jedesmal mit dem gleichen Team. Eine unzumutbare Belastung, wenn es sich um einen Ernstfall handelt. Nachdem unsere Große am ersten Tag mit einer Virusinfektion nach Klaipeda transportiert wurde, wurde am zweiten Tag auch unsere Kleinste ins Kinderkrankenhaus transportiert, nachdem sie Kopf voraus aus dem Kinderbett fiel und eine dicke Beule am Kopf hatte. Der gerufene Sanitäter hat sich nicht einmal die Mühe gemacht Pupillenreflex, Blutdruck oder Puls zu messen. Ein kurzer Blick genügte und schon wurden Quittungsblock und Kugelschreiber gezückt. Schließlich bringt die Fahrt 220 LTL in die Kasse. Bevor's in den Krankenwagen ging, war die Kleine wieder munter und turnte fröhlich herum. Die Fahrt ins Krankenhaus war so ziemlich das heftigste was ich (ehemaliger Zivi im Rettungsdienst) erlebt habe. Mit Blaulicht über die 50 km lange Nehrungsstraße. Unangegurtet mit der Kleinen auf dem Schoß auf einem unsicheren Stuhl über die kurvige und hügelige Straße. Die Sanitäter haben sich kaum für uns interessiert. Dafür umso mehr für die sommerlich gekleideten Touristinnen. Die Kleine war müde - es war ihre Schlafenszeit. Kurze Anweisung, dass sie nicht einschlafen darf. Vollgepumpt mit Milch passierte was passieren musste. Kurz vor der Fähre hat sie sich übergeben. Sie und ich waren mit Erbrochenem voll. Kurzer Kommentar des "Obersanitäters": Trauma. Ich habe ihn darauf hingewiesen, dass sie gerade eine ganze Flasche Milch getrunken hat und dass es mir von der turbulenten Fahrt auch schon schlecht ist. Wieder: Trauma. Nach Bitteln und Betteln drückt man mir eine Rolle Haushaltspapier in die Hand. Die Kleine ist nass und friert. Obwohl eine Decke da ist, bekomme ich sie nicht. Im Gegenteil: Auf der Fähre wird noch die Schiebetür geöffnet, so dass wir noch kälter und Blickfang der anwesenden Leute wurden. Nassgeschwitzt und voll mit Erbrochenem im Krankenhaus angekommen, hat der behandelnde Arzt nur gelacht und den Kopf geschüttelt. Es wurden zur Sicherheit Röntgenaufnahmen gemacht, dann konnte ich zusammen mit der Kleinen in einem anderen Krankenwagen wieder zurück nach Nida ins Hotel.
Das Krankenhaus in Klaipeda war übrigens spitze. Die Ärzte und die Ausrüstung waren vorbildlich und besser als unsere Kinderklinik bzw. Kinderärzte hier in Deutschland. Aber, wenn ein Kind ins Krankenhaus muss und eine Person dabei bleibt, dann wird diese Begleitperson nicht versorgt. Sie muss für Essen und Trinken selbst sorgen. Das kann schwierig sein, wenn man die Stadt nicht kennt und der litauischen Sprache nicht mächtig ist. Ein Klappbett wird für 10 LTL pro Tag gestellt. Bleibt noch die Frage, was ist mit evtl. zurückgebliebenen Personen in Nida ist.
Ein funktionierendes und qualifiziert besetztes Krankenhaus in Nida (zumindest in der Hauptsaison) ist dringend notwendig und längst überfällig und würde die Qualität von Nida erheblich steigern.
Wir wünschen niemandem, dass er ähnliche Erfahrungen machen muss. Es ist eine enorme Belastung für alle Beteiligten. Wir mögen Nida als Urlaubsort sehr, aber auf Grund dieser Erlebnisse haben wir beschlossen, vorläufig auf einen weiteren Aufenthalt in Nida zu verzichten.
26.12.2006
Wie uns heute Herr Wagener vom Reisebüro Balttours (direkt am Busbahnhof in Nida) mitteilte, soll 2007 die medizinische Versorgung in Nida deutlich besser werden. Es habe Renovierungsarbeiten im Krankenhaus gegeben und das Krankenhaus soll im Sommer mit zwei Ärzten besetzt sein, sodass eine medizinische Grund- bzw. Erstversorgung gewährleistet sein soll.
Stand der Informationen: August 2006



